Biographie
Das erste Mal mit Evidence of Fear in Berührung gekommen bin ich 2005, bei einem lokalen Auftritt im Dürener Komm. Ich hatte schon so einiges von Ihnen gehört und war gespannt wie ein Flitzebogen, wie die Jungs sich denn live so schlagen würden. Die Bands mit denen man sie in den höchsten Tönen verglichen hatten gingen von Szene Größen wie Machine Head und Pantera über Death Metal Verteranen wie Napalm Death zu Ihrer Diatribes Phase bis hin zu den ewigen Trash Göttern Testament und den legänderen At The Gates. Auch Namen wie Hatesphere und The Haunted wurden oft genannt. Ich war also gespannt was mich erwarten würde.
Und ich kann nur sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. 5 in schwarz gekleidete Herren um den Frontmann David Kirfel hatten den Club von der ersten Minute an fest in Ihrer Hand. Routiniert wie Profis die sich das Underground Feeling bewahrt haben, ging das Quintett zu Werke und verwandelte den Laden im Nu zu bedingungslosen Jüngern und legte den Laden in Schutt und Asche. Es wurde klar, dass meine Freunde mit Ihren Vergleichen zu den „großen“ Bands nicht gelogen hatten. Und doch hätten sie verkehrter nicht liegen können. Denn Evidence Of Fear hatten damals schon Ihre ganz eigene Nische gefunden und versprühten eine ganz eigene Energie auf der Bühne.
Vom Sludge-Doom Riff bis zum Blastbeat bekam man alles zu hören was das Metal Herz höher schlagen lässt. Schlagzeuger Michael Nießen bretterte sich mit einer Leichtigkeit durch das komplexe Set, dass es eine Freude war ihm zuzusehen. Die Riffs von langsam-schleppend mit massig Vibrato bis hin Maiden artigen Dual Leads, der Gesang zwischen Thrash Metal Shouting und Death Metal Growls und Screamings. Ein Bass der sein stoisches Werk mit unglaublicher Durchschlagskraft vollrichtete. Im Gegensatz zu allen anderen Bands an dem Abend hatten Evidence Of Fear den mit Abstand besten Sound des Abends. Und das ohne eigenen Mischer. Da stimmte einfach die Qualität der Musiker. Denn die brachten neben Herzblut auch einfach endlich mal technisches Können mit. Und das ist nun leider wirklich beleibe keine Selbstverständlichkeit.
Und noch etwas schafften Evidence Of Fear an dem Abend. Nämlich zu unterhalten! Ohne allzu große Verbissenheit, dafür mit einem Riesenhaufen Selbstironie, welche der Metal Szene leider viel zu oft vollkommen abgeht, merkte man schnell dass Sie sich einfach wohl fühlen in Ihrem Element. Musiker die zwar Ihre Musik, aber nicht sich selber zu ernst nehmen.
Evidence Of Fear liessen es sich nicht nehmen den Metalcore Kiddis Ihre eigenen Wurzeln näher zu bringen. Beim folgenden Testament Cover „into the pit“ flippte der Laden völlig aus. Die Kids drehten zu einem Song vollkommen am Rad, den die meisten von Ihnen sicherlich noch niemals gehört hatten. Das quittierte Sänger David mit einem wohlwissenden und dankbaren Lächeln. Evidence Of Fear haben Ihre eigene musikalische Identität mit in die Gegenwart genommen und junge Menschen für den guten alten Bay Area Thrash begeistert ohne dass das Publikum das überhaupt mitbekommen hätte. Man kann Ihnen also durchweg ein Wahnsinnsgespür für Ihr Publikum bescheinigen.
Als ich mich mit den Jungs nach der Show unterhalten habe, ist mir direkt aufgefallen, dass es sich um wirkliche Musikenthusiasten handelt die wirklich einen weiten musikalischen Horizont haben. Diese Typen sind einfach authentisch. Clevere Kerle mit Spass an harter Musik. Allzu lange konnte ich mich leider nicht mit Ihnen unterhalten, denn nach 10 min drückte mir Drummer Michael ein Bierchen in die Hand und sprang in den Moshpit. Eine unausgesprochene Aufforderung der die anderen Evidence Of Fear Jungs und auch ich direkt Folge leisteten und hinter her sprangen um die nächste Band zu supporten.
Ich habe mich dann nach diesem Erlebnis ein wenig mehr mit Evidence Of Fear beschäftigt und muss sagen, dass meine Faszination erst richtig geweckt wurde. Die machen das schon seit 2002 zusammen, haben davor alle in anderen namhaften Underground Bands wie Dawn. A.D., Delta Voltage, Demenz, Downfall oder auch Shockproof gespielt.
Und mittlerweile ist es 2011 und Sie haben es geschafft Ihre erste Full Length Platte aufzunehmen und haben damit für ein Underground Demo die Meßlatte sauhoch gelegt für andere Bands. Man merkt auch heute noch, hier machen Musikfans Musik für andere Musikfans. Und das mit Leib und Seele.
Oder wie David mir einmal mit einem Devin Townsend Zitat auf die Frage antwortete warum sie eigentlich Musik machen würden: „And Music? Well it’s just Entertainment, Folks! – Oder um es mit John Miles zu sagen: Music was my first Love and it’ll be my last.”
Evidence Of Fear gehören defintiv auf größere Bühnen vor ein breiteres Publikum.




